Definition
CPT (Carriage Paid To / Frachtfrei) verpflichtet den Verkäufer, die Ware an den von ihm beauftragten Frachtführer zu übergeben und die Kosten für die Beförderung bis zum benannten Bestimmungsort zu tragen. Der Gefahrübergang erfolgt jedoch nicht am Bestimmungsort, sondern bereits bei Übergabe an den ersten Frachtführer. Daraus ergibt sich das Kern-Missverständnis: Der Verkäufer zahlt länger, als er haftet. Transportversicherung ist bei CPT nicht vorgeschrieben — der Käufer muss sich selbst eindecken.
Rechtsquelle
Incoterms 2020, Klausel CPT. Multimodal einsetzbar (Straße, Schiene, Luft, See, multimodal). Die ICC empfiehlt bei mehreren Frachtführern, den maßgeblichen Übergabeort klar zu benennen, weil der Gefahrübergang am ersten Frachtführer statttfindet.
Praxisbeispiel
Ein Hamburger Händler verkauft Textilien „CPT Warschau Incoterms 2020". Der Verkäufer bucht einen LKW von Hamburg nach Warschau; die Fracht bezahlt er vollständig. Während der Fahrt wird der LKW in Polen in einen Unfall verwickelt, Ware wird beschädigt. Der Käufer trägt das Risiko — denn der Gefahrübergang erfolgte bei Übergabe an den Frachtführer in Hamburg. Der Käufer kann den Verkäufer nicht in Anspruch nehmen, muss bei seiner eigenen Warentransportversicherung abrechnen oder Ansprüche gegen den Frachtführer nach CMR Art. 17 geltend machen (Frachtbrief steht regelmäßig auf Verkäufer oder Frachtführer; Klauseln im Frachtbrief prüfen).
Verwandte Begriffe
Quellen
- ICC Incoterms 2020 – https://iccwbo.org/business-solutions/incoterms-rules/
- DIHK, CPT-Klausel – https://www.dihk.de