Definition
CIP (Carriage and Insurance Paid To / Frachtfrei versichert) ist wie CPT konstruiert, verpflichtet den Verkäufer aber zusätzlich zum Abschluss einer Transportversicherung bis zum Bestimmungsort zu Gunsten des Käufers. Die größte Änderung in Incoterms 2020: Bei CIP ist nunmehr eine Versicherung nach Institute Cargo Clauses (A) — Allgefahrendeckung — vorgeschrieben (zuvor Clauses C, Mindestdeckung). Mindestversicherungssumme ist 110 % des Warenwerts; die Police muss in der Vertragswährung ausgestellt sein.
Rechtsquelle
Incoterms 2020, Klausel CIP. Die neue A-Deckung entspricht der Praxis hochwertiger Industriegüter, während die Mindest-C-Deckung nur für Schüttgüter im Seeverkehr (Weiterhin Standard bei CIF) verbleibt. Parteien können abweichende Deckungsstufen ausdrücklich vereinbaren.
Praxisbeispiel
Ein Rheinischer Elektronikhersteller verkauft Präzisionsroboter an einen koreanischen Kunden „CIP Busan Incoterms 2020" (Warenwert 2,4 Mio. EUR). Der Verkäufer bucht Seefracht von Hamburg nach Busan, zahlt die Fracht und schließt eine Transportversicherung ICC A über 2,64 Mio. EUR (110 %) ab. Der Gefahrübergang erfolgt in Hamburg bei Übergabe an den Seefrachtführer; bei einem Schaden während der Seereise kann der Käufer direkt bei der benannten Versicherung Schaden anmelden, weil der Verkäufer die Police zu seinen Gunsten abgeschlossen hat. Ohne CIP hätte der Käufer mangels Transportversicherung in dieser Konstellation einen Totalverlust selber zu tragen.
Verwandte Begriffe
Quellen
- ICC Incoterms 2020 – https://iccwbo.org/business-solutions/incoterms-rules/
- Institute Cargo Clauses (A, B, C), LMA/IUA – https://www.lmalloyds.com
- DIHK, CIP-Klausel – https://www.dihk.de