Definition
Das Handelsgesetzbuch (HGB) ist das zentrale Gesetzbuch des deutschen Handelsrechts, in Kraft seit 1. Januar 1900. Es gilt neben dem BGB als lex specialis für kaufmännische Sachverhalte. Für das Transportrecht sind die §§ 407–475h im Vierten Buch ("Handelsgeschäfte") relevant. Die heutige Fassung geht im Kern auf die Transportrechtsreform von 1998 zurück (Gesetz zur Neuregelung des Fracht-, Speditions- und Lagerrechts), die das fragmentierte Vorrecht harmonisierte und die drei Vertragstypen Fracht, Spedition und Lagerung in einheitlicher Systematik ausgestaltete.
Rechtsquelle
HGB vom 10.05.1897 (RGBl. S. 219), neu gefasst durch die Transportrechtsreform 1998 (BGBl. I S. 1588). Transportrelevante Bücher: Viertes Buch, Abschnitte 4–6 (Fracht, Spedition, Lagerung). Ergänzend: § 130a ff. (Binnenschifffahrt), §§ 476–619 (Seehandel – nach Reform 2013 restrukturiert). Internationale Übereinkommen (CMR, Montrealer Ü.) gehen als Staatsverträge dem HGB vor.
Praxisbeispiel
Ein Streit um einen innerdeutschen Gütertransport Hamburg–München wird nach HGB-Frachtrecht entschieden: § 407 HGB begründet den Vertrag, § 425 HGB die Haftung, § 431 HGB die Haftungsobergrenze (8,33 SZR/kg), § 439 HGB die Verjährung (1 Jahr, 3 Jahre bei Vorsatz). Wäre der Transport grenzüberschreitend Hamburg–Wien gewesen, hätte CMR (Staatsvertrag) Vorrang – HGB-Regelungen würden aber subsidiär fortgelten, soweit CMR Lücken lässt (z. B. bei Verjährung über Art. 32 CMR hinaus).
Verwandte Begriffe
- Frachtrecht (§§ 407 ff. HGB)
- Speditionsrecht (§§ 453 ff. HGB)
- Lagerrecht (§§ 467 ff. HGB)
- Frachtvertrag
Quellen
- HGB (Gesamttext) – https://www.gesetze-im-internet.de/hgb/
- Transportrechtsreform 1998 – https://www.gesetze-im-internet.de/hgb/BJNR002190897.html
- Seehandelsrechtsreform 2013 – https://www.gesetze-im-internet.de/hgb/BJNR002190897.html#BJNR002190897BJNE105509308