Definition
Umschlag ist das Umladen von Gütern oder Ladeeinheiten zwischen zwei Fahrzeugen, Verkehrsträgern oder Lagerflächen – typisch in Speditionshubs, Containerterminals, See- und Flughäfen, Binnenhäfen und Umschlaganlagen des Kombinierten Verkehrs. Der Umschlagunternehmer übernimmt Obhut über das Gut und haftet nach eigenem Haftungsregime, das weitgehend an die Lagerhaltervorschriften der §§ 467 ff. HGB angelehnt ist.
Rechtsquelle
§ 468 HGB (Lagervertrag mit Umschlagzusatzpflichten), § 475 HGB (Haftung des Lagerhalters analog), ADSp 2017 Ziffer 11 (Umschlagbetrieb). Im Seeverkehr: Haager Regeln mit Terminal-Haftungsregeln; Rotterdam-Regeln (Art. 17) sehen den Terminalumschlag als Teil der integrierten Haftungskette.
Praxisbeispiel
Ein Container mit 22 t Maschinenteilen wird im Hamburger Hafen von einem Feederschiff auf einen Binnenschiffszubringer umgeschlagen. Beim Heben mit dem Containerbrücken-Spreader kippt der Container – Totalschaden 420.000 €. Der Terminalbetreiber haftet dem Ladungseigentümer nach §§ 475 ff. HGB mit Haftungsbegrenzung 2 SZR/kg (§ 486 HGB). Gegenüber dem Reeder besteht Regressmöglichkeit über die Stauerei-AGB. Schadenstatistiken zeigen: 60 % aller Transportschäden im multimodalen Verkehr ereignen sich beim Umschlag.
Verwandte Begriffe
Quellen
- § 468 HGB – https://www.gesetze-im-internet.de/hgb/__468.html
- § 475 HGB – https://www.gesetze-im-internet.de/hgb/__475.html
- § 486 HGB – https://www.gesetze-im-internet.de/hgb/__486.html