Die Russische Föderation und die GUS-Staaten (Kasachstan, Weißrussland, Ukraine, Armenien, Aserbaidschan, Usbekistan) kennen eigenständige Transport-Haftungsregime.
Schienengüterverkehr
SMGS (Соглашение о Международном Железнодорожном Грузовом Сообщении) ist das transkontinentale Schienenübereinkommen der post-sowjetischen Staaten, erweitert auf China, Nordkorea, Mongolei, Iran, Vietnam. Analogon zu CIM in Europa.
- Haftungshöhe: regional / bilateral festgelegt
- Verjährung: 9 Monate
- Rüge: sichtbare Schäden bei Ablieferung
Die CIM-SMGS-Schnittstelle an der polnisch-weißrussischen Grenze (Brest) erfordert spezielle Umlade-Dokumentation. Ein einheitliches CIM/SMGS-Konsolidiertes Frachtbrief-System existiert seit 2006.
Straßengüterverkehr
Russland ist CMR-Signatar (seit 1983). Für den EU–RU-Straßenverkehr gilt CMR. Aber: seit 2022 sind die meisten EU-RU-Straßentransporte durch Sanktionen stark eingeschränkt oder verboten.
Sanktionsrisiko
Seit 2022 greifen mehrere Sanktionspakete (EU, USA, UK), die Transportlogistik mit Russland-Bezug betreffen:
- Warenverbote: gewisse Güter dürfen nicht nach RU transportiert werden
- Carrier-Verbote: EU-Straßen-Carrier dürfen nicht mehr nach RU einfahren, umgekehrt ebenso
- Versicherungsverbote: EU-Versicherer dürfen bestimmte RU-Schifffahrtsrisiken nicht mehr zeichnen (EU-Verordnung 2022/1269)
Versicherungsrechtliche Konsequenz: Jede Police mit potenzieller RU-Exposure braucht eine Sanktions-Exclusion-Klausel (LMA 3100 oder Äquivalent) und sollte durch Compliance-Freigabe bestätigt werden.
Verweise
- CIM/COTIF Schienenfracht (falls vorhanden)
- CMR Art. 23 SZR