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✔ Letzte Überprüfung: 2026-04-19

Brasilien & Mercosur: Fragmentierte Haftung im Straßen- und Seefrachtverkehr

✔ Verifiziert · Quelle: Lei Federal 11.442 – Transporte Rodoviário de Cargas · geprüft von Master (R14, Welle 2) · Stand 2026-04-19

Brasilien als größte LATAM-Wirtschaft wendet ein fragmentiertes Transport-Haftungssystem an:

Seefracht

Brasilien hat weder Haag-Visby-Regeln noch Rotterdam Rules ratifiziert. Es gelten:

  • Haager Regeln von 1924 (als Gewohnheitsrecht) – Haftungsgrenze 100 £ Gold pro Package (praktisch ca. 250 USD)
  • Código Civil Art. 749 (Transportvertrag-Allgemeinteil)
  • Código de Defesa do Consumidor bei Consumer-Bezug

Konsequenz: Niedrigste Haftungsgrenzen aller Groß-Volkswirtschaften. Warentransport-All-Risks ist de facto Pflicht.

Straßenfracht

Lei 11.442 / 2007 regelt den Straßengüterverkehr. Haftung nach Vertrag (Conhecimento de Transporte Rodoviário de Cargas, CT-e). Verjährung: 1 Jahr. Cargo-Theft-Risiko extrem hoch (ca. 20 000 Vorfälle jährlich).

Mercosur CIT

Das Convenio sobre Transporte Internacional Terrestre (CIT) zwischen Brasilien, Argentinien, Paraguay, Uruguay und Bolivien regelt den grenzüberschreitenden Straßengüterverkehr. Haftungsgrenze: 2 SZR/kg (ähnlich CMR, aber niedriger als 8,33). Verjährung: 1 Jahr. CIT ist kein CMR-Äquivalent, weil:

  • Nur Mercosur-Staaten + Chile
  • Haftungshöhe deutlich niedriger
  • Keine harmonisierte Gerichtsbarkeit

Versicherungsrechtliche Folge

Für Exporte nach / aus Brasilien gilt: Warentransport-All-Risks + Cargo-Theft-Baustein + War-Risk für bestimmte Häfen (Belem, Santos, Paranaguá).

Verweise

Stand: 2026-04-19. Inhalt dient der Information, nicht der Rechtsberatung.

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