Definition
Kombinierter Verkehr (KV) ist nach Richtlinie 92/106/EWG der Güterverkehr zwischen Mitgliedstaaten, bei dem der Lastkraftwagen, Anhänger, Sattelanhänger, Wechselbehälter oder Container im Hauptlauf über Schiene, Binnen- oder Seeschiff befördert wird und die Vor- und Nachläufe auf der Straße so kurz wie möglich sind. Typische Gestalt: Huckepackverkehr (Ganzzüge mit Sattelaufliegern), unbegleiteter Containerverkehr, Ro-Ro-Verkehr auf der See.
Rechtsquelle
Richtlinie 92/106/EWG (KV-Richtlinie), aktuell in Revision („Revised Combined Transport Directive"). National: KV-Förderrichtlinie BMDV, § 2 Mautrichtlinien (Mautbegünstigung für Vor- und Nachlauf). Im Vertragsrecht parallel § 452 HGB (multimodaler Frachtvertrag) und die jeweiligen unimodalen Regime (CMR, CIM, Haager Regeln).
Praxisbeispiel
Ein Spediteur bucht eine Sattelauflieger-Sendung im KV-Hauptlauf Rotterdam → München Riem per RoLa. LKW-Vorlauf Rotterdam → Rotterdam-Terminal (18 km), Nachlauf München Riem → München-Messe (11 km). Damit ist die Sendung nach Art. 2 Richtlinie 92/106/EWG KV-privilegiert: Kabotage-Vorrechte, Mautbefreiung auf Vor-/Nachlauf. Haftungsrechtlich greift die Netzwerkregel § 452a HGB bei unbekanntem Schadenort; bei bekanntem CIM-Hauptlauf-Schaden gilt Art. 23 CIM-Grenze 17 SZR/kg.
Verwandte Begriffe
- Intermodaler Transport
- Multimodaler Transportvertrag
- R5: Unknown Mode Problem
- R5: Wagenausfall Standgeld KV
Quellen
- Richtlinie 92/106/EWG – https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/?uri=CELEX:31992L0106
- KV-Förderrichtlinie – https://www.bmdv.bund.de/
- § 452 HGB – https://www.gesetze-im-internet.de/hgb/__452.html