Definition
Subrogation (engl.-lat. „Eintritt") ist der Übergang aller Ansprüche, Rechte und Rechtsbehelfe des Versicherten gegen Dritte auf den Versicherer, soweit dieser eine Entschädigung geleistet hat. Der Begriff dominiert im anglo-amerikanischen Versicherungsrecht und in englischsprachigen Transportpolicen (ICC). In Kontinentaleuropa entspricht Subrogation dem gesetzlichen Forderungsübergang (z. B. § 86 VVG, Art. L. 121-12 Code des assurances).
Rechtsquelle
Marine Insurance Act 1906, Section 79 (UK): „Where the insurer pays for a total loss [...] he thereupon becomes entitled to take over the interest of the assured in whatever may remain of the subject-matter [...] and is thereby subrogated to all the rights and remedies of the assured". ICC 1/1/09 Clause 16 („Duty of Assured") verpflichtet den Versicherten, solche Rechte zu wahren. Parallele: § 86 VVG in Deutschland.
Praxisbeispiel
Ein Handelshaus in London versichert eine Seesendung unter englischem Recht zu ICC (A). Nach Schadenzahlung von 420.000 USD nimmt der Versicherer als „subrogated insurer" den Reeder im Mahnverfahren in London Commercial Court in Anspruch. Er klagt formal im Namen des Versicherten, aber für eigene Rechnung. Die Hague-Visby Rules begrenzen die Reederhaftung auf 666,67 SZR je Packstück. Der Versicherer erhält aus dem Regress einen Bruchteil – typisch 10–15 % der Zahlung – und trägt den Rest als Versicherungsschaden.
Verwandte Begriffe
Quellen
- Marine Insurance Act 1906 s. 79 – https://www.legislation.gov.uk/ukpga/Edw7/6/41/section/79
- ICC 1/1/09 Clause 16 – https://lmalloyds.com/
- § 86 VVG – https://www.gesetze-im-internet.de/vvg_2008/__86.html